Ende Dezember draußen sitzen

Dachterrassen mit Akropolisblick

Es gibt einen Grund, warum Athen als Silvesterziel funktioniert und Wien oder Prag nicht auf dieselbe Weise: Ende Dezember könnt ihr hier draußen sitzen. Bei 10 bis 13 Grad, mit Decke über den Knien, einem Glas in der Hand und dem beleuchteten Parthenon auf Augenhöhe. In Athen ist die Dachterrasse keine Sommerkategorie, sondern ein Ganzjahresformat — und in der Silvesternacht der begehrteste Platz der Stadt.

Die Akropolis von Athen im Sonnenuntergang
Der Blick, für den die Dachterrassen bezahlt werden: der Parthenon im letzten Licht des Tages.
Drei Qualitäten, die ihr unterscheiden solltet

Was Akropolisblick tatsächlich bedeutet

Der Begriff wird großzügig verwendet. Drei Qualitäten solltet ihr unterscheiden, bevor ihr bucht:

Frontal und nah. Der Parthenon füllt das Blickfeld, ihr seht die Säulen einzeln. Das ist das, was auf den Fotos zu sehen ist — und es gibt es nur bei einer Handvoll Häuser direkt unterhalb des Felsens.

Panorama. Die Akropolis ist Teil einer weiten Aussicht, dafür seht ihr Lykabettus, Parlament und teils bis zum Meer. Für die Silvesternacht oft die bessere Wahl, weil ihr Drohnenshow und Feuerwerk im Blick habt.

Teilblick. Ein Ausschnitt zwischen zwei Gebäuden oder nur von bestimmten Tischen. Kein Grund für einen Aufpreis — und der häufigste Anlass für Enttäuschung.

Wichtig bei der Reservierung: Lasst euch die Tischlage schriftlich bestätigen, nicht nur den Tisch. Bei Silvestermenüs mit Fixpreis sind die Plätze an der Brüstung regelmäßig eine eigene, teurere Kategorie.

Sieben Adressen mit Blickrichtung und Charakter

Die Terrassen im Überblick

GB Roof Garden — Hotel Grande Bretagne, Syntagma

Das Rooftop-Restaurant des historischen Hauses am Syntagma-Platz, mit Panoramablick auf Akropolis, Lykabettus und Parlament. Fine Dining mit mediterraner Küche, ausgezeichnete Weinkarte, Spitzenpreise. Die formellste Adresse der Stadt — Dresscode entsprechend.

A for Athens — Monastiraki

Die Rooftop-Bar mit dem bekanntesten Blick Athens: direkt über dem Monastiraki-Platz, mit der Akropolis frontal im Bild. Jünger, lauter, cocktailorientiert, über zwei Ebenen. Kein Fine Dining, dafür Atmosphäre — und der Ort, von dem gefühlt jedes Athen-Foto stammt.

Galaxy Bar — Hilton Athens

Bar und Restaurant auf dem Dach des Hilton, weites Panorama über die Stadt. Etwas außerhalb des Altstadtkerns, dafür seltener ausgebucht als die Häuser in Plaka und Monastiraki.

Sense — AthensWas, Dionysiou Areopagitou

Dachrestaurant an der Fußgängerzone unterhalb der Akropolis, sehr nah am Felsen. Moderne griechische Küche, ruhiger und kleiner als die großen Namen.

Point a — Herodion

Weiter Akropolisblick, entspannte Atmosphäre, kreative Küche und Cocktails. Preislich unter den Fine-Dining-Adressen.

The Stanley — Metaxourgeio

Blick nicht nur auf die Akropolis, sondern auch Richtung Piräus und auf die Argosaronischen Inseln. Etwas abseits des Zentrums, dafür ein anderer Bildausschnitt als überall sonst.

Restaurant im Akropolis-Museum

Die Terrasse in der zweiten Etage schaut direkt auf den Felsen — für den Silvesterabend allerdings nicht relevant, und am 1. Januar ist das Museum geschlossen. Als Programmpunkt für den 30. oder 31. Dezember tagsüber trotzdem einer der besten Blicke der Stadt. Was sonst am Neujahrstag offen ist, steht auf der eigenen Seite.

Drei Abrechnungsmodelle

Was der Silvesterabend kostet

Die Häuser arbeiten in der Silvesternacht mit drei Modellen:

Fixmenü pro Person, mehrgängig, meist mit Getränkebegleitung und Sekt zu Mitternacht. Die teuerste, aber planbarste Variante.

Mindestverzehr pro Person statt Menü — verbreitet bei den Bars. Ihr bestellt à la carte, müsst aber eine Summe erreichen.

Eintritt plus Konsumation, seltener, meist bei Häusern mit DJ oder Live-Musik.

Dazu kommt fast immer eine Anzahlung, häufig nicht erstattungsfähig. Klärt vor der Zahlung, was bei Krankheit oder Flugausfall passiert. Wie sich das ins Gesamtbudget einfügt, steht unter Was kostet Silvester in Athen?.

Die Brüstungstische sind im Oktober weg

Wann ihr reservieren müsst

Die Tische an der Brüstung sind für die Silvesternacht regelmäßig im Oktober weg, spätestens im November. Wer erst im Dezember anfragt, bekommt Innenplätze oder gar nichts.

Ein realistischer Plan B: Bucht das große Essen auf den 30. Dezember, wenn alle Terrassen frei und normal bepreist sind, und geht am 31. auf den Syntagma-Platz oder den Filopappou. Der Blick ist derselbe, die Nacht kostet ein Zehntel.

Dezember ist der feuchteste Monat

Und wenn es regnet?

Der Dezember ist in Athen der feuchteste Monat des Jahres. Fragt vor der Buchung, was das Haus bei Regen macht: Die meisten Terrassen haben einen überdachten Bereich oder Innenräume, aber nicht mit demselben Blick. Ein Haus, das darauf keine klare Antwort gibt, ist an Silvester das falsche. Mehr zur Wetterlage unter Wetter & Kleidung.

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